Visionsworkshops in Wuppertal

Wie soll ein gutes Lebens in Wuppertal in Zukunft aussehen? Bunte Blumenwiesen, viel Grün, Platz für Menschen zum spielen, radfahren, entspannen und begegnen. Was ist euch wichtig? Das steht im Mittelpunkt des Tag des guten Lebens. Aber reicht ein Tag dafür aus? Schon auf dem Weg zum Tag des guten Lebens sollen Ideen für eine wünschenswerte Zukunft in Wuppertal gesammelt werden. Bürger*innen sind in Workshops dazu eingeladen gemeinsam Visionen von ihrer Traumstadt Wuppertal zu entwickeln. Die Ideen werden mit künstlerischer Begleitung kreativ umgesetzt. Und wer weiß, vielleicht können sie auch direkt in der Nachbarschaft und am Tag des guten Lebens genutzt und bestaunt werden? Die Visionsworkshops finden in Ostersbaum  und  Unterbarmen statt.

(Foto: Urban Gardening Friedensprojekt)

Visionsentwicklung Ostersbaum: Stadtteilspaziergänge

In Vorbereitung auf den Tag des guten Lebens am 20. Juni 2021 wird es im Quartier Ostersbaum bis zum April 2021 insgesamt fünf Stadtteilspaziergänge geben. Hier geht es darum, was sich die Bewohner*innen in ihrem Lebensumfeld mögen, was sie kritisieren und was sie sich wünschen.

Die Termine der ersten drei Stadtteilspaziergänge sind am 13. Dezember 2020, 10. Januar 2021, 14. Februar 2021, Infos und Anmeldung hier.

Bereits die erste Begehung fand mit großem Zuspruch statt. Per Zoom diskutierten 20 Teilnehmende – Bewohner*innen und Vertreter*innen verschiedener Institutionen, aus Politik und Kultur – darüber, was sie sich für ihren Stadtteil wünschen und verändern wollen. Zuhause vor dem Bildschirm lenkten sie die (analoge) Spaziergängerin Gabi Kamp zu verschiedenen Orten im Quartier, an denen es Handlungsbedarf gibt. Dort wurde darüber gesprochen, was verändert werden könnte und passieren muss, was zu einem guten Leben beiträgt.

Neben Wünschen und Ideen für eine bessere Ausgestaltung z.B. des Schniewindschen Parks mit seiner fehlenden nächtlichen Beleuchtung oder des Spielplatzes an der Flensburger Straße wurden auch Vorschläge für eine bessere Mobilität im Quartier gemacht. Thema waren hier vor allem fehlende Zebrastreifen an vielbefahrenen Straßen und die zugeparkten Gehwege im Viertel. Dabei wurde kritisiert, dass man teilweise auf der Straße laufen muss, auch, weil die Bürgersteige regelmäßig voller Hundekot sind. Da es bereits ähnliche Diskussionen über Mobilität in anderen Stadtteilen gibt, wurde hier die Gründung der Initiative „Mobiler Ostersbaum“ und die Kooperation mit Mobiler Ölberg und Mobiles Wuppertal angeregt.

Am Thema Treppen kommt man im Ostersbaum nicht vorbei – Gabi Kamp präsentierte auf ihrem Weg gelungene Beispiele der u.a. von Kunstprofessorin Diemut Schilling initiierten Gestaltung verschiedener Treppen, die seit Jahren fast unzerstört geblieben sind. Dagegen birgt der Zustand der Wülfinger und Pressburger Treppe voller Müll und Hundekot, fehlender Beleuchtung etc. noch reichlich Potential für positive Veränderung.

Ein Highlight des Spaziergangs war der musikalische Beitrag von Anwohner Georg Stucke. Der Trompeter des Wuppertaler Sinfonie-Orchesters spielte Jazz aus seinem Fenster in der Kieler Straße. Mit seinem Auftritt warb er für das neue Projekt ›Uptown Culture‹ des Sinfonieorchesters Wuppertal. Das Orchester will hier Kontakte schaffen durch und mit Musik: Raus aus dem Konzertsaal und rein in die Stadtteile – ›Uptown Culture‹ widmet sich besonders der kulturellen Stadtteilarbeit, vernetzt vor Ort Menschen miteinander und lädt sie zur Teilhabe ein. So ist im Rahmen des Projektes im Ostersbaum u.a. die Gründung eines Nachbarschaftsorchesters geplant.

Die Ergebnisse dieses und der vier weiteren Spaziergänge werden zukünftig ab dem 18. Januar 2021 in regelmäßigen Nachbarschaftstreffen vertieft und auf dem Tag des guten Lebens präsentiert.

Hier gibt es Einblicke in die Jamboards, die während der Spaziergänge beschriftet wurden:

Visionen umsetzen: Nachbarschaftstreffen Ostersbaum

Wie würde der Ostersbaum aussehen, wenn die Bewohner*innen ihn selbst gestalten? Wenn sich Nachbar*innen zusammenschließen, um ihre Ideen vom guten Leben zu verwirklichen? Bei den regelmäßigen Nachbarschaftstreffen im Quartier Ostersbaum nehmen Menschen teil, die aktiv werden wollen. In Teams wird darüber gesprochen, wie ihr Alltag aussehen soll. Hier sprechen alle Nachbar*innen auf Augenhöhe miteinander – alle sind eingeladen, das Quartier mitzugestalten – mit ihren Ideen, Plänen und Themen – egal, ob klein oder groß, ob schrill oder brav, ob vage oder sicher ….

Wie kann ein Zusammenleben gelingen, mit allen Generationen und mit den verschiedenen Kulturen im Quartier? Wie können noch mehr Ostersbaumer Straßen und Plätze zu Begegnungsorten werden, wie können bereits vorhandene Orte im Stadtteil besser für die Menschen dort entwickelt und genutzt werden? Wie wäre es, wenn die Kinder vor der Tür spielen können, weil sie Platz haben und willkommen sind? Wie können sich die Anwohner*innen allgemein besser informieren und unterstützen?
Beim „Tag des guten Lebens“ werden die bereits entstandenen und sich entwickelnden Ideen und Projekte präsentiert. Der TDGL ist kein einmaliges Event, sondern beschleunigt Veränderungen vor unserer Haustür und in ganz Wuppertal. Er ist eine Chance, um selber mitzubestimmen – auch über den Tag hinaus.

Die Nachbarschaftstreffen finden jeweils montags von 18:00 bis 19:30 Uhr – zunächst per Zoom – statt. Wir freuen uns auf Euch!

Aktuelle Informationen:

http://www.nachbarschaftsheim-wuppertal.de

https://www.facebook.com/Ostersbaum

https://www.instagram.com/nachbarschaft_ostersbaum/

Visionsprozess Unterbarmen

Schüler*innen des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau haben im Rahmen eines Visionsprozesses zum Tag des Guten Lebens gemeinsam „Zukunftsvisionen“ entwickelt. Dazu sammelten sie im Rahmen einer Zukunftswanderung Eindrücke in und um Unterbarmen, indem sie örtliche Betriebe und Einrichtungen besucht, mit den Inhabern geredet und die Umgebung genau unter die Lupe genommen haben. Sie suchten nach Orten, die schöner, zukunftstauglicher – nachhaltiger gestaltet werden können.

In einem Visionsworkshop wurden gemeinsam mit dem Künstler Björn Borgmann diese ersten Ideen ausgetauscht und ausgefeilt. In Kleingruppen werden die Schüler*innen nun in den nächsten Monaten Kunstobjekte erstellen, die ihre Visionen für das Quartier ausdrücken und das Quartier auch langfristig nachhaltiger gestalten.

Außerdem sind weitere große Zukunftswerkstätten geplant. Hier wird insbesondere die Nachbarschaft eingebunden, damit auch ihre Ideen und Wünsche für das Quartier deutlich werden. Erste Kontakte sind schon mit dem Bürgerverein Unterbarmen, der Bezirksvertretung Barmen und mit der Börse geknüpft. Einige der besuchten Unternehmen und Einrichtungen möchten das Projekt gerne unterstützen. Die Zukunftsideen für das Quartier werden am Tag des guten Lebens ausgestellt. Sie zeigen beispielhaft, wie wir zu einem ‚guten Leben‘ in Wuppertal beitragen können.

(Fotos: Liesbeth Bakker)