Ein Beitrag von David J. Becher, Vorstandsvorsitzender des Fördervereines UTOPIASTADT e.V.

Utopiastadt ist ein andauernder Gesellschaftskongress mit Ambitionen und Wirkung.
Und wie ließe sich gutes Leben nachhaltiger schaffen, als wenn wir stetig darüber im Austausch bleiben, wie wir uns das gute Leben im Einzelnen vorstellen?

Ein wichtiger Impuls für Utopiastadt war die Frage, ob man nicht die Dynamik von klassischen Kreativ-Zwischennutzungen an einem einzigen Ort verstetigen kann. Nach zehn Jahren im alten Bahnhof Mirke stellen wir fest: Man kann.

Dabei ist es sogar möglich, diese Dynamik von ursprünglich 200 m² Coworking-Space, dem ersten in Wuppertal, auf knapp sechs Hektar Stadtentwicklungsfläche auszudehnen. Wie? Unter anderem, indem wir gemeinsam ganz viele Angebote für gutes Leben ausprobieren: Mobilität testen mit kostenlosem Radverleih, Elektrolastenrädern in Gemeinschaftsnutzung oder Car-Sharing-Station. Das Teilen von Dingen, Räumen und Wissen erproben in der Gemeinschaftswerkstatt, bei Open-Data-Debatten, in Reparaturcafés oder auf Stadtentwicklungssalons.

Gutes Leben unmittelbar erfahren: durch Gespräche im Café, den Genuss von Kunst in Form von Bildern, Musik oder Performances oder großen gemeinsamen Feiern. Und die Möglichkeit, mit Unvorhergesehenem umzugehen: Als wir gerade frisch über einen Großteil der Flächen des Utopiastadt-Campus verfügen konnten, brauchte ein Familienzirkus spontan Platz für sein Winterquartier; und zu Pandemiezeiten konnten wir einfach ein Testzentrum errichten.

Was nach unserer Überzeugung aber ganz wesentliche Grundlagen für gutes Leben sind: Kooperation und Gemeinwohl. Daher steht bei uns selten die Frage im Vordergrund, mit welcher Aktion ich meine Vorstellung von einem besseren Leben durchsetzen kann, sondern vielmehr, wie mein Anliegen zum Guten Leben für alle beitragen und mit wem ich dafür zusammenarbeiten kann.

Mit dieser Grundhaltung kann jede*r jederzeit in Utopiastadt aktiv werden. Am einfachsten samstags bei den gemeinsamen Sanierungsarbeiten. Aber gerne auch mit eigenen Projekten oder Vorhaben. Das ist nicht immer ganz einfach, weil Utopiastadt zwar für alle offen, jedoch keine Mitmach-Servicestation ist. Aber es geht hier ja auch nicht um das bequeme Leben für alle – sondern um das gute.

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