Gemeinsam aktiv und breit vernetzt!
Der Beirat zum Wuppertaler Tag des guten Lebens vereint engagierte Vertreter*innen aus Wuppertaler Vereinen, Initiativen, Einrichtungen, Kunst und Kultur sowie der Stadtverwaltung. Gemeinsam gestaltet der Beirat das Projekt aktiv mit, wirkt als Multiplikator in die Stadtgesellschaft sowie in die unterschiedlichen Wuppertaler Quartiere und bringt innovative Ideen zum Tag des Guten Lebens ein. Die Beiratsmitglieder engagieren sich in verschiedenen Arbeitsgruppen. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Unser Beirat:
Uta Atzpodien / Boris Bachmann / David J. Becher / Ute Brühne / Ulrich Christenn / Sandra Heinen / Andrea Knoll / Holger Kreft / Diana Lantzen / Muyisa N. Muhindo / Stephan Schaller / Burcu Eke-Schneider / Beate Petersen

Uta Atzpodien

freies netz werk kultur

Uta Atzpodien beschäftigt, welche Rolle Kunst und Kultur für einen menschlich und gesellschaftlich nachhaltigen Wandel spielen können. Sie ist freie Dramaturgin, Kuratorin, Autorin und lebt seit 2006 in Wuppertal. Mit »Szenisches Verhandeln« (transcript 2005) hat sie über das zeitgenössische Theater in Brasilien promoviert. In verschiedenen Kooperationen sind dabei künstlerische Interventionen wie „Lebe Liebe Deine Stadt. Tanz und Performance bewegen Wuppertal“ (2015), ein dreijähriges Projekt des soziokulturellen Kommunikationszentrums die börse, „Mensch:Utopia“ (2016), eine performative audiovisuelle Installation zur Jubiläumsfeier vom Wuppertal Institut, „freies netz werk Kultur„, das seit 2017 existierende Netzwerk Wuppertaler Kulturschaffender, deren Gründungs- und Vorstandsmitglied sie ist, „Literatur auf der Insel“ (seit 2018) und in der Schnittmenge von Kunst und Nachhaltigkeitswissenschaft- und praxis die „Bergischen Klimagespräche 2018 und 2019“ entstanden. Aktuell geht das Projekt „Zukunftslabor Kunst & Stadt“ den Transformationspotenzialen von Kunst- und Kulturorten in Wuppertal nach.

Uta zum Tag des guten Lebens: „Der Tag des guten Lebens ist eine wunderbare Chance, nachhaltigen Wandel miteinander zu gestalten. Mir persönlich liegt der innere Wandel sehr am Herzen, der uns helfen kann, in all unserer Unterschiedlichkeit mehr Solidarität, Verbundenheit, Lust und Freude im Miteinander und im Einklang mit der Natur zu leben.“

(Foto: Ralf Silberkuhl)

Boris Bachmann

Transzent – Zentrum für Transformationsforschung der Bergischen Universität Wuppertal

Boris Bachmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Transformationsforschung (transzent) und Nachhaltigkeit der Bergischen Universität Wuppertal. Dort erforscht er im Rahmen des Forschungsprojektes UrbanUp die Rolle von Stadtmachern bei der Koproduktion von Stadt. Für eine nachhaltige Stadtentwicklung jenseits von Wachstum und Gewinnlogik ist das Gute Leben eine wichtige Bezugsgröße. Was es konkret bedeutet kann, muss jedoch im Lebensumfeld vor Ort, in Projekten und auf der Ebene von Quartieren ausgehandelt werden – und der Tag des Guten Lebens ist eine Chance, das Nachdenken darüber in Wuppertal weiter voranzubringen.

(Foto: Pia Michnik)

David J. Becher

Utopiastadt e.V.

David J. Becher ist Vorstandsmitglied bei Utopiastadt e.V. und gestaltet hier das Quartier Mirke konkret mit. David Becher zum Tag des guten Lebens: „So wie Freiheit nur gegenseitig funktioniert, so ist es auch mit dem guten Leben: Das geht am besten, wenn es für alle herrscht. Allerdings sieht gutes Leben vermutlich so unterschiedlich aus, wie die Menschen, die es leben (wollen). In Utopiastadt versuchen wir mit vielen Menschen gemeinsam immer wieder aufs Neue der Utopie eines guten Lebens für alle Schritt für Schritt für Schritt näher zu kommen.“

(Foto Sarah Hallepape)

Ute Brüne

Offset Company

Offset Company, ein Familienbetrieb seit 1923, der sich mit ganzem Herzen dem Druck von Büchern, Katalogen, Flyern…verschrieben hat. Und das immer mit dem Anspruch, ressourcenschonend zu arbeiten. „Wir möchten mit unserem Handeln dazu beitragen, dass der Wandel im Denken, im Einklang mit der Natur zu leben, an Fahrt aufnimmt. Wenn wir an Nachhaltigkeit denken, fragen wir zunächst, was müssen wir tun, um etwas zu verändern? Ein Tag des guten Lebens fängt mit einem Lächeln am Morgen an. Wenn wir im Betrieb ein gesundes Arbeitsklima haben, dann weiß ich, dass wir alle Herausforderungen schaffen.“

(Foto: Offset Company)

Ulrich Christenn

Aufbruch am Arrenberg / Ev. Kirchenkreis Wuppertal

Ulrich Christenn ist mit dem Verein „Aufbruch am Arrenberg“ für den Wandel in Wuppertal aktiv. Das gute Leben bedeutet für ihn, Gemeinschaft mit anderen Menschen und der Natur, ohne Angst, voller Zuversicht und mit Dankbarkeit. Er setzt sich in Wuppertal für Veränderung ein, da für ihn das Leben zu schade ist, als dass es schlecht gelebt werden sollte. Beim Aufbruch am Arrenberg sorgt gutes Essen für gutes Klima und gutes Leben. Die evangelische Kirche bietet Gemeinschaft im Vertrauen und mit Hoffnung auf mehr als Dies.

(Foto: privat)

 Sandra Heinen

Inklusionsbüro der Stadt Wuppertal

Sandra Heinen ist hauptamtliche Behindertenbeauftragte und Leiterin des Inklusionsbüro der Stadt Wuppertal. „Mein wichtigstes Anliegen ist die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention und damit ist gemeint, das grundsätzlich alle Menschen gleichberechtigt sind und dies auch spüren, wenn sie überall teilhaben können, sie eine möglichst barrierefreies Umfeld vorfinden und die Wahl haben wo und wie sie leben möchten. Da Menschen mit und ohne Behinderung sehr individuelle Unterstützungsbedarfe haben, die sich so nicht erahnen lassen, bringt die Notwendigkeit einer Planung mit sich an der alle teilhaben können. Nicht über uns ohne uns!

Ich sehe, dass der bisherige Weg in eine Sackgasse führt und wir zum Erhalt unserer Welt und einer Lebensqualität neue Wege schaffen müssen. Ich setze mich in dieser Stadt aktiv für die Rechte von Menschen ein – insbesondere von Menschen mit Behinderung aller Altersgruppen. Privat haben wir als Familie unser Konsumverhalten umgestellt und unsere Mobilität zu Gunsten klimaneutraler Fortbewegung verändert.“

(Foto: privat)

Andrea Knoll

Tuhuus in Langerfeld

„Wir gestalten Quartiersentwicklung in Langerfeld-Mitte mit dem Ziel, ein barrierearmes und demenzfreundliches Langerfeld zu schaffen, die Menschen vor Ort zu beteiligen und offen für ihre Wünsche und Interessen zu sein. In der Ideenschmiede Langerfeld und in den Arbeitsgruppen begleiten und unterstützen wir Bürger*innen bei der Umsetzung ihrer Ideen. Wir engagieren uns ganz konkret für Sitzbänke im Stadtteil, den Restaurant Day, Verbesserung des Informationsflusses über Angebote im Quartier und einigem mehr. Ganz im Sinne von Nachhaltigkeit und dem Gedanken, was zukünftig notwendig ist, um gut und lange im vertrauten Umfeld zu leben. Gutes Leben hat für uns ganz viel mit dem Wohlbefinden des Einzelnen in den eigenen Lebensumständen zu tun, aber auch mit den Lebensbedingungen der gesamten Gesellschaft.

Der TdgL spiegelt wider, was für ein gutes und langes Leben im Quartier benötigt wird: lebendige Nachbarschaften, bürgerschaftliches Engagement und kreative Ideen für einen guten Umgang mit unseren vorhandenen Ressourcen. Veränderung beginnt oft im Kleinen – im eigenen Haushalt, in der Nachbarschaft, im Quartier!“

(Foto: Tuhuus in Langerfeld)

Holger Kreft

Initiative Kreuzkirche e.V. / Lernort Wuppertal

„Innere und äußere Freiheit, ein guter Kontakt zu mir selbst, Sinn(erfüllung) und Sinnlichkeit gehören für mich zum guten Leben, ebenso hoch­wertiges, abwechslungsreiches und nachhaltig hergestelltes Essen, gute Beziehungen zu Freunden, die Einbindung in ein sicheres und zugleich lebendiges gesellschaftliches Umfeld. Allgemeiner: In einem guten Leben ist für alle ein äußerst zufriedenstellendes Auskommen möglich. Möglichst viele Entwicklungs­chancen für alle Menschen und die Mitwelt bleiben erhalten. „Kreatives Tätigsein und Genießen“ ist wichtiger als „konventionelle Erwerbsarbeit und Habenwollen“.

Ein großer Teil der Menschheit braucht ein neues Wohlstandsmodell. Das bedeutet: Persönliche Zufrieden­heit wird mit sozialer Gerechtigkeit und erheblich weniger Naturverbrauch erreicht. Meine eigenen Konsum­muster versuche ich schrittweise zu verändern. Ich erforsche dazu meine eigenen Überzeugungen, die meinem Verständnis vom guten Leben entgegenstehen könnten. Zugleich frage ich mich aber auch, welche Struktur­veränderungen nötig und jetzt schon möglich sind: Wie können wir mit anderen Menschen gemeinsam die notwendigen Wirtschaftsreformen anstoßen und mit Freude und Leichtigkeit auch umsetzen? Mir ist es wichtig, die verschiedenen strategischen Ansätze in praktischen Projekten miteinander zu verknüpfen.“

(Foto: Eric Jobs)

Diana Lantzen

Ohne Wenn & Aber • Unverpackt

Für Diana Lantzen der Initiatorin des Unvverpacktladens „Ohne Wenn und Aber – Unverpackt“ ist das Gute Leben „menschlich und nachhaltig im Sinne eines Erhalts der natürlichen Ressourcen für die Nachkommenden.“

Sie engagiert sich für den Tag des Guten Lebens, „weil es einfach Sinn macht und wichtig ist ein Vorbild mit „Mutmachung“ zur Nachahmung zu sein. Dann kann man gemeinsam ein gutes Leben ermöglichen.“ Der Unverpacktladen folgt einem ganzheitlichen Ansatz bei dem es neben „unverpackt“ um die Bereitstellung von regionalen, biologischen, fairen Lebensmitteln und langlebigen Produkten des täglichen Bedarfs geht.

(Foto: Wuppertaler Rundschau)

Muyisa N. Muhindo

KiTma e.V. – Strength & Knowledge

Muyisa Muhindo ist gesellschaftspolitisch aktiv und setzt sich mit KiTma e.V. für ein rassismusfreies und gleichberechtigtes Zusammenleben in Wuppertal ein. Gutes Leben bedeutet für ihn in Harmonie mit seiner „Mitwelt“ zu leben und die Möglichkeit zu haben sich als Mensch frei entfalten zu können. Für ihn erwächst aus der Möglichkeit die Pflicht, die Welt, insbesondere für nachfolgende Generationen, positiv zu verändern.

(Foto: Joshua C. Ikpegbu)

Stephan Schaller

Cronenberg will mehr!

„Gutes nachhaltiges Leben ist für mich vor allem ein gutes Miteinander (mit anderen Menschen und der Natur) und ein gesunder aktiver Lebensstil. Dies zu fördern ist eine individuelle, aber auch eine strukturelle Frage. In Cronenberg versuchen wir Menschen durch unterschiedliche Aktionen und Formate zusammenzubringen – sei es beim gemeinsamen Essen (Restaurant Day), beim Pflanzentausch, Fahrradreparieren oder der Entwicklung neuer Ideen für die Stadtteilentwicklung und Mobilität.“

(Foto: privat)

Burcu Eke-Schneider

Urban Gardening Friedensprojekt

Burcu Eke-Schneider ist Friedensarbeiterin aus Ankara, Türkei. Sie begann ihre Karriere im Journalismus und war von 2014 bis 2017 Studentin des Master of Peace and Conflict Studies in Istanbul, wo sie unter anderem Johan Galtung, Jorgen Johansen, Stellan Vinthagen, Oliver Richmond, Norman Finkelstein, Joshua Weiss, Wolfgang Dietrich, Gal Harmat und Amr Khairy Abdalla unterrichtete. Derzeit ist sie Doktorandin und schreibt eine Dissertation zum Thema „Inklusive Transformation der internationalen Gemeinschaft mit ihrem kulturellen Wissen in Stadtentwicklungsprozessen“. In diesem Zusammenhang arbeitet sie an dem „Urbangardening Peace Project in Wuppertal“, um anstatt ein ökologisches Denken mit Migrationshintergrund oder internationaler Gemeinschaft in Richtung einer nachhaltigeren und gerechteren gemeinsamen Zukunft zu fördern. Sie ist UrbanA Fellow, das 2019 in Rotterdam stattfand und 2020 in Barcelona, 2021 in Berlin und Brüssel stattfinden wird, um eine gemeinsame Zukunft in Europa zu schaffen. Zu den Teilnehmenden von UrbanA gehören politische Entscheidungsträger*innen, Aktivist*innen, Unternehmer*innen, Intellektuelle, Bürger*innen und alle, die daran interessiert sind, Städte in nachhaltige, inklusive und wohlhabende städtische Umgebungen zu gestalten und umzuwandeln.

(Foto: privat)

Beate Petersen

Bergische Bürger Energie Genossenschaft eG / leben wuppertal-nord e.V.

„Gemeinsam für Nachhaltigkeit: So kann es gehen. Deshalb war es mir wichtig, den Impuls der LAG21 dazu aufzugreifen und diese Chance auch für Wuppertal zu nutzen. Um zu sehen und zu erleben, was gutes Leben in Wuppertal/der Region ausmacht, brauchen wir Freiräume, Neues auszuprobieren und Fehler zu machen, um daraus zu lernen.

Als Diplom Finanzwirtin engagiere ich mich beruflich und insgesamt für Steuer-, Gender- und Klima-Gerechtigkeit. Zukunftsweisender Wandel dorthin kann gelingen, wenn wir umsteuern und stärker am Gemeinwohl orientiert handeln. Insbesondere BürgerEnergiE-Genossenschaften und die Gemeinwohl-Ökonomie setzen das bereits praktisch um. Beide Bewegungen unterstütze ich aktiv – in Gremienämtern, Arbeitskreisen sowie als Netzwerkerin. Beide Bewegungen wirken bürgernah, dezentral erneuerbar und demokratisch – für Mensch, Mitwelt, Klima & gutes Leben eben.“

(Foto: privat)