Schüler*innen entwickeln Zukunftsideen für das Quartier

Schüler*innen des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau haben im Rahmen eines Visionsprozesses zum Tag des guten Lebens gemeinsam „Zukunftsvisionen“ entwickelt. Dazu sammelten sie im Rahmen einer Zukunftswanderung Eindrücke in und um Unterbarmen, indem sie örtliche Betriebe und Einrichtungen besucht, mit den Inhabern geredet und die Umgebung genau unter die Lupe genommen haben. In einer zweiten Zukunftswanderung wurde die Nachbarschaft eingebunden zur gemeinsamen Ideenentwicklung für den Stadtteil (Unter)Barmen. Die Zukunftsideen für das Quartier wurden am Tag des guten Lebens im Zukunftspavillon ausgestellt und fanden viel Zuspruch bei den Besucher*innen und der Presse. Die Schüler*innen greifen im nächsten Schuljahr verschiedene Zukunftsideen zur Umsetzung auf. Dabei werden sie von der Nachbarschaft, Unternehmen und Einrichtungen im Stadtteil unterstützt.

Die Quartiers-AG

Unsere AG möchte die Stadt verwandeln und fängt im Quartier an – wir wünschen uns Plätze und Wege, wo Menschen gerne sind, mit Pflanzen, Bäumen, Sitzgelegenheiten; wo Kinder spielen, Jugendliche chillen und quatschen und Erwachsene miteinander in Kontakt kommen!“, heißt es. Damit diese Wünsche nicht nur Träume bleiben, wollen sie mit Barmerinnen und Barmern und anderen Interessierten ins Gespräch kommen.

Bereits im Vorfeld der Zukunftswanderung hatten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler Orte ermittelt und besucht, die in ihren Augen Potenzial für Veränderungen bergen. Sie nennen sie „Zukunftsinseln“ und hoffen: „Wieviel schöner und attraktiver der Stadtteil werden kann, wenn wir die grauen Orte hier als grüne, lebendige Oasen in der Zukunft denken.“ Dazu hatten sie Fragen an die Gäste vorbereitet, um mit ihnen zusammen zusätzliche Perspektiven und weitere kreative Ideen zu entwickeln.

Zukunftswanderung

Unter großen Zuspruch mit über dreißig Teilnehmenden fand im Mai 2021 eine digitale „Zukunftswanderung“ in Barmen statt. Entwickelt wurde die Veranstaltungsidee von der Quartiers-AG des Projektes „Zukunft Denken“, durchgeführt von Schüler*innen, Dozent*innen und Lehrer*innen der Jahrgangsstufe EF des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau. Ziel des Projektes ist es, Zukunftsvisionen für Wuppertal zu entwerfen. Mitmachen konnten alle Menschen, die Interesse an Zukunftsgestaltung haben und im Quartier wohnen. Zu den Wanderern gehörten auch Vertreter*innen aus Politik und Kultur – darunter auch Barmer Prominenz wie Dörthe aus Heckinghausen, Musiker Atti Reinartz, Bezirksbürgermeister Hans-Herrmann Lücke und Guido Mengelberg (Neue Mitte Heckinghausen).

Per Zoom wurden die Teilnehmenden von den analogen Spaziergänger*innen Sarah van den Borren und Bas Meyer zu verschiedenen Orten im Quartier geleitet – Orte, die in den Augen der Schüler*innen Potenzial für Veränderungen bergen – sogenannte „Zukunftsinseln“: Zusammen mit den Gästen sollten zusätzliche Perspektiven und weitere kreative Ideen entwickelt werden: „…wieviel schöner und attraktiver der Stadtteil werden kann, wenn wir die grauen Orte hier als grüne, lebendige Oasen in der Zukunft denken.“

Besonders im Focus der Veranstaltung stand die Unterführung am Barmer Bahnhof: „Drinnen ist es dunkel, es riecht unangenehm, da durchzugehen, ist gefährlicher als die Straße zu überqueren, die Wände sind mit hässlichen Graffitti besprüht.“, so beschreibt Saskia ihre Erfahrungen an diesem Ort. Um mehr Licht zu schaffen, könnte man z. B. an eine Wand Spiegel-Folien kleben: „Man sagt ja, wenn man sich selber sieht, macht man weniger Unsinn.“ Gegenüber der Spiegel stellt sie sich professionelle Grafittis vor und eine Wand mit QR Codes, die zu Projekten führt. Auch Dörthe Bald empfindet den Ort als einen der übelsten, den sie kennt und schlägt vor, den Tunnel zu schließen und einen Club daraus zu machen. Der Bezirksbürgermeister Lücke pflichtet ihr bei, schlägt aber auf Dauer die Kontaktaufnahme mit den Menschen vor, die für den Dreck verantwortlich sind: „Ich habe Sorge, dass die positive Umgestaltung sonst keinen Erfolg hat.“ ​