Gutes Leben erkunden und ausprobieren – das konnten Nachbar*innen und viele Wuppertaler*innen am 30. August auf dem sonnigen Platz der Republik.

„Dieser Tag hat gezeigt: Gemeinsam können wir auch unter herausfordernden Bedingungen den Wandel in unserer Stadt sichtbar machen und ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringen!“ sagt Mitorganisatorin Sophia Merrem (FSI Forum für soziale Innovation). Zusammen mit Gabi Kamp vom Nachbarschaftsheim Wuppertal, Alexandra Kessler (Think Tank CSCP) und Liesbeth Bakker (Ideaalwerk) hat sie den Aktionstag „Platz für gutes Leben“ koordiniert.

Ein großer Dank galt besonders den Beiratsmitgliedern, Mobiles Wuppertal und den zahlreichen Helfer*innen aus dem Nachbarschaftsheim und Stadtteilservice: „Ohne euch wäre der „Platz für gutes Leben“ nicht das , was er ist!“, so Gabi Kamp (Nachbarschaftsheim Wuppertal) in ihrer Begrüßungsrede.

Bürgerbeteiligungsprozesse haben großes Potential

Beliebt waren – neben den zahlreichen Ständen und engagierten Bürger*innen – die „Visionswände“ zu den Themen Mobilität, Energie und Wohnen, Natur und Ernährung und Zusammenleben, welche die Besucher*innen mit ihren Anregungen und Wünschen selbst gestalten konnten: „Respekt“, „Kein Rassismus“ oder „Ein sauberer Stadtteil“ und „Hört auf mit der Autopropaganda“ waren einige der Forderungen. „Eine tolle Visualisierung des Potenzials von Bürgerbeteiligungsprozessen, welche viel häufiger zum Einsatz kommen sollte“, begeistert sich Mitkoordinatorin Alexandra Kessler.

Eines der Highlights des Aktionstags war die Beteiligung der Oberbürgermeisterkandidat*innen. Vor einer lebhaften Podiumsdiskussion zu „Mobilität für gutes Leben, her ließen die OB Kandidat*innen sich in der Ausstellung „‚Weniger Autos, mehr Stadt“‘ von Bob-Kulturwerk e.V. mit guten Beispielen aus anderen Europäischen Städten für eine Verkehrswende und für die Podiumsdiskussion inspirieren. Auf zehn Schautafeln wurden außerdem die Mobilitätswünsche von Mobiles Wuppertal vorgestellt und bildeten, zusammen mit der Ausstellung ‚Weniger Autos, mehr Stadt‘, eine Grundlage für die Gespräche mit den Kandidat*innen. Die sechs Kandidat*innen vertraten zu drei Aspekten des Themas „Mobilität in Wuppertal“ ihre Standpunkte. Auch das Publikum konnte sich beteiligen – mit bunten Karten konnten Sie ihre Meinungen zu den einzelnen Standpunkten verdeutlichen.

Nachhaltige Tipps für gutes Leben

Viele der Angebote auf dem Platz der Republik thematisierten ein nachhaltiges, möglichst emissionsfreies gutes Leben. So wurde hat die Bergische Bürger Energie Genossenschaft zum Beispiel gezeigt, dass eine Solarzelle in der Größe eines Großbildschirms, zwei Drittel des jährlichen Stromverbrauchs eines Kühlschrankes produziert. Privathaushalte dürfen bis zu zwei davon aufstellen.

Am schwarzen Zelt der „Mirker Schrauba Gang“ wurde demonstriert, wie wir unser Fahrrad selbst reparieren können. Auch die Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule war vertreten und informierte über die Partnerschaft zu einer Lehranstalt in Burkina Faso. Außerdem zeigten die Schüler*innen eine kleine Ausstellung über plastikfreie Produkte und ihr Bergwaldprojekt.

„Mach die Stadt zu Deinem Wohnzimmer!“ lautete eines der drei Statements auf Schildern, mit denen sich die Besucher*innen im Sessel neben Stehlampe ablichten lassen konnten – Favorit war aber der unstrittige Wunsch nach „Mehr Platz für gutes Leben“.

Nach Yoga und Zumba ertönte stimmungsvolle türkische und irische Folklore auf der Wiese. Und zum Abschluss sangen alle das hoffnungsfrohe Lied vom Tag des guten Lebens ‚Die Gedanken sind frei, wir glauben an Träume!‘.

Die Ideen, Inspirationen und Erkenntnisse dieses Tages werden dann am 16. Mai 2021 beim ersten „Tag des guten Lebens“ – ebenfalls auf dem Platz der Republik in Wuppertal einfließen. Eigene Ideen und Aktionsangebote für diesen Tag können hier eingetragen werden.

Fazit von Mitorganisatorin Liesbeth Bakker: „Gemeinsam konnten wir nicht nur vor der Politik ein Zeichen für eine zukunftsfähige Stadt setzen, sondern auch viele Besucher*innen motivieren, sich noch stärker für ein gutes Leben in Wuppertal einzusetzen.“